Technologie, die an Fantasie grenzt

Jan 16, 2020
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Wie Arthur Clarke gesagt hat, ist jede ausreichend fortschrittliche Technologie von Magie nicht zu unterscheiden. Und sehr bald wird jeder die Chance haben, sich wie ein Zauberer zu fühlen. Wir werden den Anruf mit einer Handbewegung beantworten, sich eine ganze Bibliothek bis auf Buchstaben merken und im Laufe des Abends einen neuen Beruf erlernen. Versteht ihr immer noch nicht, worum es geht? Dann solltet ihr auf jeden Fall mehr über die Neurocomputer-Schnittstelle erfahren.

 

Selbst die Möglichkeit einer “Symbiose” von Menschen und Computer wurde bereits in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts von der Forschungsabteilung des US-Verteidigungsministeriums in Betracht gezogen. Das heißt, das Militär war also eines der ersten, die sich für diese Technologie interessierten. Das ist aber nicht verwunderlich, denn zu dieser Zeit war der Kalte Krieg in vollem Gange.

Zugrunde einer solchen scheinbar komplexen Technologie liegt die Lehre von I. P. Pavlov über so ein primitives Ding wie bedingte Reflexe. Ja, das ist dort, wo Experimente an Hunden durchgeführt wurden. Zukünftig begannen amerikanische Wissenschaftler, diese Technologie zu entwickeln, und Mitte der neunziger Jahre gelang es ihnen nach langjähriger Erfahrung, die ersten Geräte in den menschlichen Körper zu implantieren, die es ermöglichten, biologische Informationen zu verfolgen und an einen Computer zu übertragen.

Diese Errungenschaft ermöglichte es, den Gehörschaden, Schaden des Sehvermögens und motorischer Aktivität wiederherzustellen. Letzteres ist besonders hervorzuheben, da es sich hier um die sogenannte “Neuroprothetik” handelt – direkte Verwaltung der Gliedmaßen ohne Beteiligung des Rückenmarks.

Na gut, und welche Möglichkeiten bietet diese Technologie dem Massenverbraucher? Schließlich setzen heutzutage alle großen Unternehmen wie Google, Apple, Amazon, Microsoft oder Facebook viel auf ihre Entwicklung. Zunächst wird NCS (Neurocomputer-Schnittstelle) neue Arten von Controllern erstellen. Ihre Prototypen werden in Form von Armbändern am Handgelenk präsentiert, die die Signale von Gehirnneuronen verfolgen und sie in Computeralgorithmen umwandeln. Offensichtlich werden diese Geräte plattformübergreifend sein, aber zunächst wird geplant, die Computermäuse und Tastaturen durch sie zu ersetzen.

Darüber hinaus lassen sich die neuen Gerätetypen perfekt mit der virtuellen Realität kombinieren, weil sie es ermöglichen, sich in sie wirklich zu verspinnen, ohne einen “Druckknopf” -Controller oder einen guten alten Beschleunigungsmesser in den Händen zu halten. Zur Kontrolle genügt schon eine leichte Bewegung der Finger.

Als nächstes wird eine auf den ersten Blick unglaubliche und damit für uns alle notwendige Fähigkeit betrachtet, die Daten direkt in das Gehirn zu laden. Dafür muss man die NCS mit biologischem Feedback erstellen. Und das bedeutet, dass das Gerät nicht nur Signale vom menschlichen Gehirn empfangen, sondern auch eigene an dieses senden können muss.

Und hier gibt es schon Fortschritte! Zum Beispiel führten die Wissenschaftler der HRL Laboratories in Kalifornien 2016 ein Experiment durch, in Laufe dessen sie zwei Gruppen von Piloten-Neulingen genommen und … ihnen einfach die Luftfahrzeugführung beigebracht haben. Zur gleichen Zeit wurden während des Trainings die Piloten einer der Gruppen einer elektrischen Stimulation bestimmter Teile des Gehirns unterzogen, die die Arbeit des Gehirns erfahrenerer Piloten, die die gleichen Aufgaben ausführten, “imitierte”.

Bereits am vierten Versuchstag stellte sich heraus, dass die Versuchspersonen, die einer Stimulation unterzogen wurden, die andere Pilotengruppe um 33% übertrafen. Somit blieb der Lernprozess selbst unverändert, aber die Wissenschaftler konnten seine Wirkung deutlich steigern.

Die neue Technologie eröffnet eine Menge Möglichkeiten, hat aber auch ihre Nachteile. Zum Beispiel – der hohe Preis für Ausrüstung. Und noch muss man sich noch lange an die neuen Controller gewöhnen, denn sie haben buchstäblich keine Analoga. Obwohl die selbst Entwickler dieser Systeme behaupten, dass es nicht schwieriger sein wird, grundlegende Befehle auszuführen, als auf der Tastatur zu tippen. Und da alle Befehle durch Gesten ausgeführt werden, kann man sich mit einer gewissen Geschicklichkeit sogar als Zauberer vorstellen, was eher ein Vorteil ist.

Darüber hinaus müssen sich die Geräte selbst an die Signale einer bestimmten Person anpassen. Glücklicherweise sind NCS-basierte Controller viel intelligenter als Menschen, sodass die Anpassung nicht länger als fünf Minuten dauern wird.

Schließlich hat die Idee, die Daten in das Gehirn zu laden, auch zwei Seiten. Dies ermöglicht euch sich sofort eine große Menge an Informationen zu merken, aber wenn man euch plötzlich (oder absichtlich) mehrere Hunderte Videos oder Bücher mit erotischen Inhalten in Gehirn herunterlädt, wie kann man sie später löschen? Und das Rickrolling wird mit Sicherheit ein grundlegend neues Level erreichen. ?

Um diese Technologie zu implementieren, müssen die Forscher genau verstehen, welche Gehirnneuronen dem Körper Befehle erteilen und dafür gibt es zwei Möglichkeiten: entweder eine nicht-invasive Methode wie Elektromyographie verwenden oder ein Implantat in das Gehirn einführen.

Natürlich ist die erste Methode praktischer und die zweite ist effektiver. Momentan entwickeln sich beide Methoden parallel, aber vor ein paar Jahren gab es eine Art „Revolution“ – den Wissenschaftlern ist es gelungen, ein Mikroskop zu erstellen, das direkt auf dem Gehirn platziert wird und die Signale von Neuronen verfolgt. Seine Entwicklung war übrigens ein Projekt des uns bereits bekannten US-Verteidigungsministeriums. Es scheint, dass das Militär wirklich den Menschen mit Seh- und Hörbehinderungen helfen will.

Im Allgemeinen können wir uns in diesem Entwicklungsstadium nur mit bestimmten Prototypen und Konzepten von Neurocomputer-Schnittstellen zufrieden geben, und das für Heidengeld, und man muss noch ein paar Jahrzehnte warten, um die Technologie in die Masse einzuführen. Schließlich wird eine technologische Singularität in den nächsten 25 Jahren erwartet, und die Rechenleistung von Quantencomputern wird eine hervorragende Hilfe bei der Förderung dieser Technologie sein.

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